Arzneifälschungen – die Apotheke bietet Sicherheit

Die gute Nachricht zuerst: In Deutschland ist die Zahl der gefälschten Arzneimittel sehr niedrig und liegt nur bei ungefähr einem Prozent. Das bedeutet jedoch leider nicht, dass man sich überhaupt keine Sorgen machen muss, jemals an eine Fälschung zu geraten. Die Fälscher gestalten ihre Vertriebswege immer professioneller und auch über ganz legale Vertriebswege können gefälschte Medikamente in den Handel gelangen. Die Wahrscheinlichkeit, über den legalen Handel, also Apotheken und zugelassene Versandhändler, an Fälschungen zu gelangen, ist glücklicherweise immer noch sehr gering, aber dennoch vorhanden.

Welche Medikamente gefälscht werden, gestaltet sich dabei vielfältig: Einerseits handelt es sich um Produkte, die man mehr dem Bereich Lifestyle zuordnen kann, beispielsweise Haarwuchsmittel oder auch Potenzmittel. Wenn solche Mittel wirkungslos bleiben, haben sie zwar ihren Zweck nicht erfüllt, es besteht jedoch auch keine Gefahr. Fälschungen gibt es aber auch bei Antibiotika, Antibabypillen und teuren Medikamenten wie Mittel gegen Krebs oder Malaria. Verfehlen solche Mittel ihre Wirkung, sind die Folgen letzten Endes sogar lebensgefährlich. An gefälschten Malaria-Medikamenten ist in den letzten Jahren eine nicht unerhebliche Anzahl Menschen gestorben.

Zudem besteht bei gefälschten Medikamenten nicht nur das Risiko, dass sie schlicht gar nicht wirken, sie können auch gefährliche Stoffe beinhalten oder Wirkstoffe in falschen Konzentrationen. Fälschungen bedeuten nämlich nicht nur, dass die Bestandteile der Medikamente durch wirkungslose Inhaltsstoffe ersetzt werden, sondern können ganz unterschiedliche Ausmaße annehmen. So kann ein Medikament zwar den angegebenen Wirkstoff enthalten, davon jedoch eine geringere Menge als angegeben. Arzneimittel können bei der Produktion auch mit vollkommen fremden Stoffen gestreckt werden, die gar keinen medizinischen Sinn erfüllen oder die sogar gefährlich sind, wenn man sie einnimmt. Möglich ist auch, dass Präparate vollkommen andere Wirkstoffe enthalten, als sie sollten oder dass zwar medizinische Wirkstoffe enthalten sind, diese aber in falschen Kombinationen oder Mengen. Abgesehen von diesen unterschiedlichen Arten, wie Medikamente falsche oder zu wenig Inhaltsstoffe enthalten können, gibt es noch einen anderen Fall: Medikamente gegen bestimmte Beschwerden können in  anderen Verpackungen landen. Dann hat man zwar ein wirksames Medizinprodukt in der Hand, die Wirkung ist jedoch eine vollkommen andere als beabsichtigt.

Als Verbraucher kann man sich in erster Linie nur auf den optischen Eindruck verlassen: Wenn der Beipackzettel wie eine Kopie wirkt, ganz fehlt oder in einer anderen Sprache gedruckt ist, kann es sich um eine Fälschung handeln. Auch wenn Rechtschreibfehler vorkommen, womöglich schon beim Namen des Medikaments, wenn eine Verpackung anders aussieht als sonst oder wenn das Medikament selbst anders aussieht, ist unter Umständen Vorsicht geboten. Wenn die Menge von Tabletten von der sonstigen Menge abweicht oder anders ist als auf der Packung aufgedruckt, kann das ebenfalls ein Hinweis sein.

Man sollte auch nie Medikamente einnehmen, die man nicht in der originalen Verpackung erhalten hat. Ist man sich bei einem Medikament unsicher, ob es sich um eine Fälschung handelt, sollte man sich zur Sicherheit an den Arzt oder Apotheker wenden. Spätestens wenn Nebenwirkungen auftreten, vor allem bei solchen, die in der Packungsbeilage nicht aufgeführt sind, ist ein Gang zum Arzt fällig. Auch wenn plötzlich nach einer Medikamenteneinnahme neue Beschwerden eintreten, geht man besser auf Nummer sicher.

Nicht unwesentlich ist auch die Bezugsquelle der Medikamente. In der Apotheke oder deren Online-Filiale ist man in aller Regel auf der sicheren Seite. Eine Liste der zugelassenen Online-Händler bietet das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI*) online in der Rubrik „Arzneimittel“ an. Man erreicht das Institut auf http://www.dimdi.de. Erste Indizien sind zum Beispiel, ob ein Händler ein verschreibungspflichtiges Medikament ohne Rezept anbietet und ob ein eigentlich teures Medikament zu geringem Preis verkauft wird.

Um in Zukunft noch besser vor Fälschungen schützen zu können, führt die EU aktuell ein System ein, bei dem unter anderem auf jeder Packung eine Seriennummer und ein Code abgedruckt sind. Werden die Medikamente verkauft, werden diese Codes gescannt. Befindet sich der Code nicht in der Datenbank oder wurde diese Packung laut Datenbank bereits verkauft, warnt das System.

Der Schutz vor Fälschungen ist also recht hoch und vor allem in unseren Breiten liegt der Anteil an Fälschungen weit unter dem Durchschnitt. Dennoch kann es vorkommen, dass Fälschungen zusammen mit echten Medikamenten ihren Weg in den legalen Handel finden. Die Augen sollte man daher in jedem Fall offen halten.

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